Donnerstag, 23. September 2021
Mahraganat, Sha'abi, Trap, Grime

MULTIVERSE Vol 1 - MAHRAGAN EDITION 

3Phaz EG

Shobra El General EG

Yunis EG

Phil Battiekh CH

Ibrahim X EG

Price: 
15.-
Price presales: 
15.- (+ Ticketsteuern)
Doors: 
19h00 - Till 01h00

 

Einlass mit Covid-Zertifikat
genesen, geimpft, getestet

Alle Informationen zum Covid-Zertifikat findet ihr hier HIER


 

MULTIVERSE INVITES GAZOUZ

Für seine erste Ausgabe versammelt Multiverse eine breite Koalition: zusammen mit dem Genfer Kollektiv Bisque, dem Institut für arabische und mediterrane Kulturen Genf (ICAM), Cairo Concepts, wird ein abgründiger Tauchgang in Ägyptens Subkultur Mahraganat organisiert.Von Shobra El General, roh wie die Strassen Ifrahs, experimentell und introspektiv wie Yunis, dystopisch wie 3Phaz oder kühn wie Ibrahim X, das Line-Up konzentriert sich auf die vielgestaltigen Ausdrucksformen einer musikalischen Bewegung mit verschwommenen Konturen, deren Wurzeln jedoch fest in der ägyptischen Populärkultur verankert sind.

Gazouz
Die Veranstaltungsserie Gazouz entstand 2019 aus einem Joint Venture zwischen der Rez-Usine und Bisque. Das erklärte Ziel ist die Durchforstung der Underground-Szenen Nordafrikas und des Nahen Ostens und die Auseinandersetzung mit den musikalischen Strömungen der arabischen Revolutionen.


 

Line-Up

3Phaz (EG): Post-Mahragan, dystopisch
3Phaz treibt die Katharsis des Mahragan auf die Spitze und ist dabei puristisch ohne dogmatisch zu sein. Er schickt Kicks direkt aus dem Fegefeuer und verzerrt und dekonstruiert die Shaabi-Sounds, und lässt dich in einem Veitstanz wiederfinden, der so ursprünglich wie futuristisch ist.

Shobra El General (EG): Mahragan full experience

MC Shobra El General ist bekannt als “Stimme der Wahl für Mahraganat-Produzenten wie Amr 7a7a und Molotof. Derzeit tritt er in der französischen Choreografie-Produktion "Itmahrag" von Olivier Dubois auf. In seinen energiegeladenen Live-Shows vereint Shobra alle Aspekte der Mahraganat-Subkultur.

Yunis (EG): wortkarger Synth-sha'abi

YUNIS ist ein ägyptischer Ney-, Keyboard- und Elektronika-Spieler, Komponist, Musikforscher und Mitbegründer von Kafr El-Dauwar Records, einem unabhängigen digitalen Plattenlabel mit Interesse an zeitgenössischer und experimenteller Musik aus Alexandria. Seine Musik lässt sich von ägyptischen folkloristischen Instrumenten und Musikstilen inspirieren: eine Vision, die er in seinem ersten Soloalbum "The Blue Djinn Dance" präsentiert.

Ibrahin X (EG): Dark Sha'abi, spoken word postnabatchi
Ibrahim X füllt das sa'idi-Repertoire, das er auf ein minimales und zentripetales Format herunterbricht, mit eindringlichem Rapp. Was dabei herauskommt, ist eine wütend kontrollierte und modulierte Spannung, die wie eine sportliche Rückkehr zur Essenz des ägyptischen Chaabi wirkt. Sein Album "Ya Khal" (Oh Onkel) wurde in 4 Sessions in der Wohnung eines Bekannten aufgenommen, da es in der ganzen Stadt Kafr El Dawar kein Studio für Aufnahmen gibt. Vom Scene Noise Magazine als eine der besten Veröffentlichungen des Jahres 2019 bezeichnet, bietet es einen Tauchgang gegen den Strom des Mahraganat-Kerns und rehabilitiert die Figur des „Nabatchi“ mit seiner synthetischer „Mizmar“ (arabische Flöte), welche in Loops angeordnet wird.

Phil Battiekh (CH): DJ-Set, polyrhythmisch

Phil Battiekh ist einer der ersten nicht-Ägypter, welcher sich dem Mahraganat widmete. Als DJ, Produzent, VJ und Konzeptkünstler, der zwischen Basel und Kairo lebt, präsentiert Battiekh in seinen Sets sowie auch auf diversen Releases die neuesten Entwicklungen der populärsten Subkultur Ägyptens. Auf seiner ersten Compilation-Veröffentlichung "Cairo Concepts" arbeitet Phil Battiekh mit Künstlern wie DJ Plead, DJ Haram, Alaa Fifty und Nustaliga zusammen.

Mahragan
Mahragan (Plural Mahraganat) wird von den französischen und internationalen Medien oft als Elektro-Chaabi bezeichnet und hat sich seit Ende der 2000er Jahre in Ägypten entwickelt. Diese musikalische Form hat ihren Ursprung in der Praxis von DJs, die bei balādīs (lokalen Hochzeiten, die meist in einem für die Zeremonie eingerichteten Teil der Straße abgehalten werden - der Begriff steht für die Vorstellung von ägyptischer Authentizität im Gegensatz zur westlich geprägten bürgerlichen Urbanität) amtieren und die einfachen Begrüßungen des Hochzeitspublikums nach und nach in echte melodische Stücke verwandeln, in gesungene Lieder. Dies musikalische Praxis setzt sich nach und nach durch für Hochzeitsfeiern (afrāḥ), man gibt ihnen den Namen „mahragān“ -  Fest -, wobei die triliteralische Wurzel h-r-g die Idee eines akustischen Exzesses, eines Tohuwabohus enthält (das Verb harrag-yeharrag 'ala bedeutet, jemanden zum Schweigen zu bringen, indem man lauter schreit als er oder sie ist). Im übertragenen Sinne bezieht sich mahragān auf ein Tohuwabohu, daher der umgangssprachliche Ausdruck ēh el-mahragān da, was übersetzt so viel heißt wie "was zum Teufel ist das für ein Chaos". Was könnte passender sein für ein musikalisches Repertoire, welches gekennzeichnet ist durch die Verstärkung des Tonsignals bis zum Anschlag und die Verwendung elektroakustischer Effekte, wie Echo und Hall. Der mahragān entwickelte sich parallel zur populären urbanen Musik, welche in den 1970er Jahren aufkam und heute als sha'bī bezeichnet wird. Genauso wie der mahragān hat der sha'bī  seit seinem Erscheinen immer wieder Kritik an seinem künstlerischen Potenzial und seiner kulturellen Legitimität hervorgerufen.


Um nicht in die Online-Ticketfalle zu tappen, kaufst du dein Ticket am besten via den Ticketing-Partner der Veranstaltung. Und geniesst deinen Event in vollen Zügen! Mehr Infos unter frc.ch/ticket.